Abschied von Peter Cmyral

Ein Leben für den Motor- und Modellsport

 

Mit tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Peter Cmyral, einem waschechten Steirer, Jahrgang 1951, dessen Leben von einer unerschütterlichen Leidenschaft für Mobilität, Technik und Gemeinschaft geprägt war. Peter verstarb am 14. Juli 2025, doch sein Vermächtnis in der Motorrad- und Modellflugsportszene wird unvergessen bleiben.

 

Vom Rennsportler zum Prototypenbauer bei Steyr Daimler Puch

Ursprünglich gelernter Fotograf, bewies Peter Cmyral schon früh sein außergewöhnliches Talent im Motorradrennsport. In den frühen 70er Jahren etablierte er sich als erfolgreicher Bergrennfahrer und wurde schließlich Motorrad-Testfahrer bei Steyr Daimler Puch in Graz. Die Kurven des Rechbergs kannte er wie kein Zweiter, und so mancher glimpflich verlaufener Ausritt zeugte von seinem unerschrockenen Pioniergeist.

Sein gesamtes Berufsleben blieb Peter dem Unternehmen, das später zu Magna Steyr wurde, treu. Von der Foto- und Videodokumentation bis hin zum Prototypenbau war er in den unterschiedlichsten Bereichen tätig. Seine Fähigkeit, auf Menschen einzugehen und wichtige Themen voranzutreiben, ermöglichte es ihm stets, Beruf und Hobbys perfekt zu vereinen.

 

Eine neue Leidenschaft: Der Modellflugsport

Durch Zufall entdeckte Peter Anfang der 80er Jahre den Modellflugsport für sich. Mit vollem Elan stürzte er sich in dieses neue Hobby, trat 1981 dem UMFC Graz bei und engagierte sich fortan in diversen Wettbewerbsklassen – von der klassischen RC3-Motorkunstflugklasse bis hin zu den vorbildgetreuen Modelljets der Klasse F4J.

 

Internationale Erfolge und Organisationstalent

Peters sportlicher Ehrgeiz führte ihn zu zahlreichen Erfolgen in ganz Europa. Er nahm an unzähligen Schauflugveranstaltungen und Meetings teil, war 1995 bei der ersten Weltmeisterschaft für Jet-Flugmodelle in Neu-Ulm dabei und trat 1997 als WM-Pilot in Lederhose bei der WM in Wroughton (England) auf. Mehrfach fungierte er als Mannschaftsführer des österreichischen Jet-Teams, zuletzt bei der WM 2017 in Jämijärvi (Finnland).

Ein besonderes Highlight war die Jet-WM im August 1999 in Zeltweg, die Peter nicht nur sportlich, sondern auch als Organisator maßgeblich prägte. Mit über 20 Nationen, 10.000 Besuchern und dem souveränen Umgang mit sommerlichen Starkregenunterbrechungen bewies er eindrucksvoll seine Managementfähigkeiten und sein Engagement für die Modellsport-Community. Eine Neuauflage der WM in Niederöblarn unter seiner Leitung im Sommer 2021 konnte leider aufgrund der Pandemie nicht stattfinden.

 

 

„Voller Nachbrenner“ für den Modellsport

Peter Cmyral initiierte bis heute unzählige Jet-Meetings in Ungarn, Tschechien, Italien und ganz Österreich. Die heutigen 30. NitroDays, eine der legendärsten Jetmodellflugveranstaltungen Europas, startete er vor 30 Jahren im September 1991 am Flugplatz Punitz. Auch jüngste Initiativen wie das Trainingslager in Turnau oder das Jet-Meeting in Slovenj Gradec zeugen von seinem unermüdlichen Einsatz.

Mit viel Herzblut und dem Rückhalt seiner Familie widmete sich Peter zahlreichen Funktionärstätigkeiten. Er war Bundesfachreferent Jet des Aeroclubs, Repräsentant für Österreich im IJMC – International Jet Model Committee, Obmann des UMFC Stocking (seit 2000) und Obmann des AJMV – Austria Jet Modell Flug Verein, wo er liebevoll „Der Chef“ genannt wurde.

 

Ein Vermächtnis der Gemeinschaft und des Zusammenhalts

Neben seinem unerschöpflichen Elan und seiner hohen Motivation war es vor allem Peters Geschick, Menschen zusammenzubringen, Ideen Raum zu geben und auch Konfliktsituationen souverän zu meistern, das ihn auszeichnete. Er schuf eine Gemeinschaft, die weit über die Grenzen Österreichs hinausreichte.

 

Wir danken Peter Cmyral für seinen unermüdlichen Einsatz für den Modellsport in Österreich, Europa und darüber hinaus. Sein Slogan „Auf die Dauer hilft nur Nitro-Power“, der sich heute wohl eher in „Jet-Power“ gewandelt hat, wird uns stets an seine Energie und seine Leidenschaft erinnern.

Peter Cmyral hinterlässt eine große Lücke in der Modellsportwelt, doch sein Geist und seine Verdienste werden weiterleben.

 

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